Schadstoffberatung Tübingen

Permethrin

Permethrin gehört zu den Pyrethroiden und ist ein insektizider Wirkstoff z.B. in lösemittelhaltigen Holzschutzmitteln, Insektensprays oder als Textilausrüstung in Wollteppichböden.

Permethrin gehört zur Stoffklasse der Pyrethroide und hat Lindan als bioziden Wirkstoff von der Bedeutung her ersetzt. Etwa 80 % aller lösemittelhaltigen Holzschutzmittel enthalten Permethrin. Neben Permethrin wird der Synergist Piperonylbutoxid zugesetzt.

Der Dampfdruck deutet auf eine mäßige Ausgasungsneigung hin; in Innenräumen erfolgt eine Anlagerung an Hausstaub.

Die akute Warmblütertoxizität bei oraler Aufnahme ist gering, da Permethrin schlecht über den Magen-Darm-Trakt resorbiert wird. Erfolgt die Aufnahme jedoch direkt in das Blut, dann ist es auch für den Menschen sehr giftig, da es seinen Wirkort, die Nerven, offenbar ohne vorherige Entgiftung erreicht. Bereits geringe Konzentrationen, über einen bestimmten Zeitraum aufgenommen, können zu chronischen Nerven- und Gehirnerkrankungen führen. Symptome sind beispielsweise Muskelzittern, Übererregbarkeit, Störungen der Bewegungskoordination und Krämpfe. Durch die veränderte Erregbarkeit der Nerven können aber auch auch entgegengesetzte Effekte, wie Lähmungen, hervorgerufen werden.

In den USA gilt Permethrin als Substanz mit schwach krebserzeugendem Potential.

Permethrin ist als stark wassergefährdend eingestuft (Wassergefährdungsklasse 3)

Bewertung:

Die Grundbelastung für Permethrin im Hausstaub liegt unter 1 mg/kg (Orientierungswert), Werte ab 5 mg/kg deuten auf die Verwendung permethrinhaltiger Biozide hin.

Das Bundesgesundheitsamt geht (1992) bei Überschreitung des Orientierungwertes von einer nicht sachgemäßen Anwendungsform aus (Schädlingsbekämpfungsmaßnahme, Teppichausrüstung).

Zur Bewertung kann folgender Maßstab* zugrunde gelegt werden:

Permethrin-Konzentration

Bewertung

bis 3 mg/kg geringe Belastung
3 - 30 mg/kg deutliche Belastung
30 - 100 mg/kg hohe Belastung
über 100 mg/kg sehr hohe Belastung

Bei Holzproben liegt ab einem Permethringehalt von 5 mg/kg wahrscheinlich, ab 30 mg/kg sicher eine Behandlung mit diesem Mittel vor.

In Textilien bzw. Teppichfasern wird ab 10 mg/kg Permethrin von einer Ausrüstung gegen Motten- bzw. Käferfraß ausgegangen.

Da Permethrin als Pyrethroid sehr vielseitig eingesetzt wurde und wird, kann nicht immer genau festgestellt werden, woher das nachweisbare Permethrin stammt. Mögliche Quellen sind neben Holzschutzmitteln Pflanzenschutzmittel (und Sprays) gegen Insekten, die diesen Wirkstoff enthalten. Möglich ist auch das Vorkommen in Köderboxen oder ähnlichen Vorrichtungen zum Bekämpfen von schädlichen oder lästigen Insekten (Silberfischchen ...). Es wird ebenfalls gerne bei Naturtextilien (Teppiche mit Wollsiegel u. a.) als Mittel gegen Schädlingsbefall eingesetzt. Hier können dann durch die meist große Fläche und den direkten Kontakt mit der behandelten Wolle Probleme auftreten.

Aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes ist vom Kauf oder der Verwendung von Teppichen oder Teppichböden mit vorbeugender Ausrüstung abzuraten. Beim Kauf sollte eine entsprechende schriftliche Bestätigung gefordert werden.

Problematisch ist die Tatsache, daß für die Vergabe des Qualitätszeichens "Wollsiegel-qualität" eine vorbeugende Motten- und Käferschutzausrüstung (meist auf Pyrethroidbasis) erforderlich ist

 

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© Schadstoffberatung Tübingen   10.05.2006    li