Schadstoffberatung Tübingen

Endosulfan

Chemischer Name:

6,7,8,9,10,10-Hexachlor-1,5,5a,6,9,9a-hexahydro-6,9-methano-2,4,3-benzo-dioxathiepin-3-oxid

Endosulfan ist ein schon seit 1956 benutztes Insektizid und Akarizid (Akarizid = Kontakt- und Fraßgift). Es wird im Pflanzenschutz und Forst gegen beißende und saugende Insekten eingesetzt.

Im Körpergewebe konnte im Tierversuch keine wesentliche Anreicherung festgestellt werden. Als Vorsichtsmaßnahmen im Umgang wird angegeben, daß Einwirkung auf Haut, Augen, Schleimhäute der Luftwege verhindert werden soll. Ansonsten werden die gleichen Maßnahmen wie bei anderen Chlorkohlenwasserstoffen empfohlen. Nach der Gefahrstoffverordnung ist Endosulfanals als giftig zu kennzeichnen. Endosulan ist im alkalischen Bereich nicht besonders stabil und wird durch Laugen zersetzt.

Die Sättigungskonzentration in Luft liegt bei 130 µg/ m3. Es sind also bei großflächiger Verwendung im Innenbereich somit Konzentrationen oberhalb von 1 µg/ m3 leicht möglich und wahrscheinlich. Der Wert von 1 µg/ m3 wird bei verschiedenen anderen Chlorkohlenwasserstoffen wie Lindan oder Pentachlorphenol als Richtwert genannt, bei dessen Überschreitung Maßnamen getroffen werden sollten.

Der MIK-Wert (Maximale Innenraum-Konzentration) liegt bei 6 µg/ m3, der MAK-Wert (Maximale Arbeitsplatzkonzentration) liegt bei 100 µg/ m3.

Endosulfan besitzt eine schädigende Wirkung auf die Haut und die Schleimhäute der Atemwege und Augen. Im Tierexperiment wurden bei Vergiftungen Störungen der Bewegungskoordination und tonisch-klonische Krämpfe festgestellt. Leichtere Vergiftungen führten zu Erbrechen und Durchfall. Beim Menschen zeigen sich Symptome in Form von Kopfschmerzen, Benommenheit, Desorientierung, krampfartige Anfälle und pathologische EEG-Veränderungen. Der Nachweis in der Muttermilch war möglich.

Von einem Einsatz in Innenräumen ist dringend abzuraten.

 

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© Schadstoffberatung Tübingen   10.05.2006    li