Schadstoffberatung Tübingen

Kleine Klebstoffkunde - Auswahl der wichtigsten Klebstoffklassen

Klebstoffbeschreibung
Anwendungsbeispiele
Leim - ist wasserlöslich und der Klebevorgang erfolgt über das Verdampfen von Wasser. Die Bindemittel können Kunstharze oder natürliche Stärke (Naturleim ohne Konservierungsstoff) sein. Weißleim ist ein Dispersionsleim auf Basis von dem relativ unbedenklichen Polyvinylacetat (PVAc) Holz und Holzwerkstoffe, Bastelarbeiten
Kleister - Tapetenkleister ist wasserlöslich und gesundheitlich weitestgehend unbedenklich. Naturprodukthersteller verwenden Zellulose-Kasein-Bindemittel. Synthetische Kleister bestehen aus chemisch veränderten Zelluloseverbindungen und enthalten meist Konservierungsstoffe. Tapeten, Bastelarbeiten
Dispersionsklebstoffe - sind wasserlöslich und enthalten bis zu 5% Lösemittel. Der Klebevorgang erfolgt über das Verdampfen der Lösemittel und von Wasser. Naturprodukte enthalten Naturlatex als Binde- und Terpene (mögliches Allergiepotential) als Lösemittel. Die Erdölprodukte basieren auf Kunstharzen. Problematisch sind hier die ausgasenden Lösemittel, Weichmacher (bis zu 5%), Konservierungsstoffe und Monomere (Acrylate). Parkett, Teppichbelag, Linoleum, Polyolefinböden
Kontaktkleber - enthalten kleine Mengen an Lösemitteln, Bindemittel (Synthesekautschuk, Polyurethane) und Metalloxide. Beide zu klebenden Flächen werden mit dem Klebstoff eingestrichen, die Lösemittel verdampfen und die abgelüfteten Klebeflächen werden zusammengedrückt. Problematisch sind z.B. die ausgasenden Lösemittel und die Isocyanate. Kunststoffe, Holz, Filz, Gummi, Metall, Kork, Weichschaumstoff, Leder
Reaktionskleber - sind Zweikomponentenkleber mit einem Binder und einem Härter. Diese bilden durch eine chemische Reaktion die Klebeschicht. Sekundenkleber gehören auch in diese Kategorie. Das Kleben erfolgt hier in wenigen Sekunden. Reaktionskleber enthalten keine Lösemittel, aber gesundheitsschädliche Verbindungen, wie z.B. Epichlorhydrine (aus Epoxydharzen) und Isocyanate (aus Polyurethanen). Stahl, Beton, Hartschäume, Teppichböden, Gummibeläge, Fliesen, Kunststoffe, Metall
Schmelzkleber - enthalten keine Lösemittel. Über die Zufuhr von Hitze (Elektropistole - ca. 200°C) werden die Klebstoffe geschmolzen und verbinden
die Flächen beim Erkalten. Basis können Ethylenvinylacetat (EVA), Polyolefine oder Polyurethane (Emission von Isocyanaten) sein.
PVC-Böden, Linoleum, Kunststoffe, Möbelbau, Metalle, Leder
Fliesenkleber - sind Spezialkleber auf Zementbasis. Zementprodukte können Haut und Augen reizen und evtl. enthaltene Chromate sind als krebs- und allergieauslösend eingestuft (Maurerkrätze). Der Dünnbettmörtel enthält Kunstharze. Naturprodukte enthalten Naturkautschuk als Bindemittel. Fliesen

 

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© Schadstoffberatung Tübingen   10.05.2006    li