Farben, Lacke und Lasuren (s. Glossar)
haben oftmals eine Schutzfunktion zu erfüllen, setzen aber auch farbliche Akzente im
Wohnbereich.
Anstrichstoffe gibt es für verschiedene Oberflächen und Anwendungszwecke mit einer
großen Auswahl an Farbtönen und Effekten. Die eigenen vier Wände streichen, ein Fenster
lackieren oder ein Möbelstück aufbereiten, erfordert unterschiedliche Produkte. Die
Auswahl ist nicht einfach, Funktionalität, Farbgestaltung sowie auch Gesundheits- und
Umweltaspekte sind zu berücksichtigen. Naturfarben (s. Glossar) haben
viele Vorteile, wie z.B. die weitestgehende Verwendung von nachwachsenden, natürlichen
Rohstoffen (s. Glossar) und die gute biologische Abbaubarkeit der Farbe.
Problematisch in der Warengruppe sind vor allem die Lösemittel (s. Glossar) und einige
Hilfsstoffe, wie z.B. Weichmacher und Konservierungsstoffe (s. Glossar). Neben der
gesundheitsschädlichen Wirkung von Lösemitteln ist auch die negative Wirkung auf das
Klima (Treibhauseffekt, Sommersmog) (Emissionen; s. Glossar) durch die synthetischen
Lösemittel zu nennen.
Praxistipps
- Wand- und Deckenfarben für den Innenbereich
Für ein gutes Raumklima sorgt ein feuchtigkeitsregulierender, offenporiger Anstrich.
Dispersionsfarben (s. Glossar) sind am gebräuchlichsten und lassen sich problemlos
verarbeiten. Mehr Aufwand erfordern Leim-, Casein-, Kalk- oder Silikatfarben. Sie bestehen
weitestgehend aus nachwachsenden Rohstoffen.
- Zu empfehlen sind Wandfarben mit dem Blauen Engel (Emissionsarme Wandfarben
RAL-UZ 102). Er wird für besonders emissionsarme Dispersions- / Silikatfarben vergeben
(Dispersionsfarben; s. Glossar) und beinhaltet darüber hinaus strenge Grenzwerte bzw. den
Ausschluss bestimmter gesundheitsschädlicher Zusatzstoffe wie Weichmacher und
Konservierungsstoffe.
- Naturharzdispersionsfarben sind zu empfehlen, denn sie bestehen weitestgehend aus
nachwachsenden Rohstoffen, sind volldeklariert und enthalten zur Konservierung harmloses
Borax oder natürliche Pflanzenöle.
- Kalk- und Silikatfarben wirken aufgrund ihrer alkalischen Bestandteile
desinfizierend und sind damit ohne Konservierungsstoffe pilz- und bakterienhemmend. Sie
sind gut für Feuchträume geeignet.
- Wässrige Rezepturen benötigen in der Regel einen Konservierungsstoff. Bei Farben in
Pulverform kann auf Konservierungsstoffe verzichtet werden.
- Lacke für Holz-, Metall- und Kunststoffoberflächen
Lack zeichnet sich durch seine schützende und undurchlässige Schicht aus und wird in
vielen Farbvarianten angeboten. Er besteht aus einem Cocktail von verschiedenen
natürlichen oder synthetischen Komponenten (Bindemittel, Lösemittel, Farbpigmente,
Zuschlag- und Hilfsstoffe).
- Naturlacke auf Wasserbasis sind zu empfehlen. Bei lösemittelhaltigen Naturlacken
sollten sensible Menschen auf Volldeklaration achten! Nicht alle "natürlichen"
Inhaltsstoffe sind auch gleichzeitig für Allergiker geeignet.
- Wenn man auf Erdölprodukte zurückgreifen will, sollten wasserverdünnbare Lacke mit
niedrigen Lösemittelgehalten, z.B. mit dem "Blauen Engel"
(Schadstoffarme Lacke, RAL-UZ 12a), ausgewählt werden.
Lasuren schützen die Holzoberfläche und betonen gleichzeitig die schöne Maserung des
Holzes. Die Atmung des Holzes ist durch die Lasur noch möglich, was sich positiv auf das
Raumklima auswirkt. Das Lasieren von Holz ist als vorbeugende Maßnahme zum Holzschutz
einzustufen. Die Anwendung von Lasuren mit Bioziden (Mittel gegen lebende Organismen) ist
nur in Einzelfällen im Außenbereich sinnvoll.
- Lösemittelfreie Lasuren, Bienenwachs und Leinölprodukte sind für
glatte Holzoberflächen im Innenbereich zu empfehlen.
- Bei lösemittelhaltigen Naturharzlasuren sollten sensible Menschen auf
Volldeklaration achten!
- Wenn man auf Erdölprodukte zurückgreifen will, Lasuren mit dem "Blauen
Engel" auswählen (Schadstoffarme Lacke, RAL-UZ 12a), da diese sich durch
niedrige Lösemittelgehalte auszeichnen.
- Naturfarbenhersteller verwenden für den Menschen verträgliche Borsalze zum Holzschutz
im Außenbereich.
Tipps mit Zukunft
Wissen was drin ist !
Beim Einkauf von Anstrichstoffen auf eine möglichst umfangreiche Deklaration der
Inhaltsstoffe achten! Hierzu berät die Verbraucherberatung.
- Naturprodukthersteller geben meist eine Volldeklaration (s. Glossar) an.
Wohin mit den Farbresten?
- Kleine Mengen eingetrocknete Farbreste können in den Restmüll gegeben werden.
- Unverbrauchte flüssige Farben, Lacke, Lasuren und Verdünner müssen bei der
Problemstoffsammlung abgegeben werden.
- Die restentleerten Eimer, Nachfüllbeutel und Dosen gehören in die Wertstoffsammlung.
Pinselreinigen
- Wasserverdünnbare Anstrichstoffe ersparen einen zusätzlichen Verdünner im Haus. Zum
Pinselreinigen und zur Fleckentfernung einfach Wasser verwenden.
- Bei lösemittelhaltigen Produkten ist der entsprechende Verdünner zu verwenden. Der
Verdünner ist leicht flüchtig, deshalb diesen nicht unnötig offen stehen lassen.
Alte Lackschichten entfernen
Die wichtigsten Methoden sind das Abschleifen, das Abbeizen oder das Ablaugen. Auf die
Verwendung eines Heißluftgebläses (Heißluftföhns) sollte verzichtet werden, da hier
insbesondere bei der Entferneung alter Lacke schädliche Dämpfe entstehen können.
- Beim Abbeizen und Ablaugen sollten umweltfreundliche (lösemittelfreie) Produkte
bevorzugt werden. Der geeignete Typ hängt ganz von der Art des zu entfernenden Lacks ab.
Bei der Arbeit müssen außerdem Schutzmaßnahmen ergriffen werden (Schutzbrille,
Handschuhe).
- Zum Abschleifen von großen Flächen können Schleifgeräte die Arbeit erleichtern.
Diese Geräte können auch ausgeliehen werden. Beim Abschleifen eine Feinstaubmaske
verwenden, da die Schleifstäube giftige Schwermetalle enthalten können.
Empfehlenswerte Produktkennzeichen
(Gesamtübersicht auf der Labelseite)


© Schadstoffberatung Tübingen 10.05.2006 li
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