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Die Auswahl der richtigen Baustoffe bei Sanierung oder Neubau trägt dazu bei,
dass Sie sich später in Ihren vier Wänden wohlfühlen und gesund leben. Baustoffe, die
Schadstoffe freisetzen können, müssen vermieden werden. Dies ist durch eine gute Planung
im Vorfeld möglich,wie z.B. durch konstruktiven Holzschutz (s. Glossar).
Der größte Teil des Energieverbrauchs im Haushalt, 78% (ohne PKW), wird zum Heizen
benötigt. Eine gute Wärmedämmung ist eine effektive und langfristig kostengünstige
Maßnahme, um Energie zu sparen. Das Einsparpotential durch Wärmedämmung an bestehenden
Gebäuden beträgt durchschnittlich 50%, im Altbau sogar bis zu 76% der Heizenergie.
Produkte mit Zukunft
- Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen oder Recycling-Material
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- Holzweichfaser, Kokosfaser, Flachs,
Hanf, Kork, Baumwolle oder Schafwolle
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Diese nachwachsenden Rohstoffe werden mit wenig Energie hergestellt und haben
positive bauphysikalische Eigenschaften.
Problematisch kann die Ausstattung mit Brandschutzstoffen sein. Fordern Sie deshalb
eine Deklaration der Zusatzstoffe.
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- Zellulose (Altpapier), Mineralschaum oder künstliche Mineral-
fasern (KMF - z.B. Glas- oder Steinwolle)
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Diese Recycling-Produkte sind zu empfehlen, da sie positive Produkteigenschaften
aufweisen und zur Wiederverwendung wertvoller Rohstoffe beitragen. Manche Mineralwollen
können krebserzeugende Faserstäube freisetzen. Achten Sie deshalb auf die Angaben der
Produktverpackung (z.B.: Der "KI-Wert" (s. Glossar) nach TRGS 905 sollte
größer oder gleich 40 sein).
Besonders empfehlenswert sind Produkte mit dem Blauen Engel: z.B. für Faserdämmstoffe
aus Altglas (RAL-UZ 49) bzw. für Dämmstoffe aus Zellulose (RAL-UZ 36) und mit dem
Zertifikat des eco-Umweltinstituts.
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- Dämmstoffe und Isolierschäume ohne schädliche Zusatzstoffe
-
Jede Baumaßnahme sollte mit halogenfrei geschäumten Dämmmaterialien
durchgeführt werden. Auch die noch erlaubten FCKW-haltigen Dämmstoffe und
Montageschäume belasten die Ozonschicht und bereiten Schwierigkeiten beim Recycling der
Baustoffe.
Die verwendeten Flammschutzmittel müssen nach ISO 1043-4 gekennzeichnet sein. Damit
ist gewährleistet, dass keine giftigen Gase freigesetzt werden.
Die Verwendung von Holz und Holzprodukten trägt zum guten Wohnklima bei und beeinflusst als
nachwachsender Rohstoff positiv das globale Klima.
Die Entsorgung von unbehandeltem Holz ist vollkommen problemlos möglich.
Als nachwachsender Rohstoff verhält sich Holz dazu noch kohlendioxidneutral.
Wenn Sie Hölzer aus der Region verarbeiten, stärken Sie die Wirtschaft vor
Ort und tragen zur Waldpflege bei.
Produkte mit Zukunft
- Holz und Holzprodukte aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern
-
Die Verarbeitung von heimischem Holz ist zu empfehlen, der Transportaufwand ist
gering, es werden Arbeitsplätze vor Ort erhalten und die Holznutzung trägt zur
Waldpflege bei. Für fast jeden Zweck können heimische Hölzer problemlos verwendet
werden. Naturland vergibt ein Siegel für nachhaltige Forstwirtschaft in Deutschland.
Alternativen in einigen Anwendungen (z.B. Garten, Fenster) können härtere Hölzer
aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern der Tropen und der nördlichen Halbkugel sein.
Ein empfehlenswertes Produktlabel für nachhaltig erwirtschaftetes Holz ist das
FSC-Siegel.
- Holzwerkstoffe und Innenausbauplatten
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Die Bindemittel (Leim) in Holzwerkstoffplatten können verschiedene
Schadstoffe enthalten, wie z.B. Formaldehyd und Isocyanate. Je geringer der
Bindemittelgehalt ist, desto weniger Schadstoffe können ausgasen. Die Bindemittelgehalte
sinken in folgender Reihenfolge: höchster Wert in Spanplatte, Sperrholzplatte,
OSB-Platte, Tischlerplatte, Massivholzplatte. Für Formaldehyd (s. Glossar) gibt es einen
Grenzwert von 0,1 ppm (E1-Qualität; s. Glossar). Der "Blaue Engel" sieht einen
Grenzwert von max. 0,05 ppm vor und das Produktkennzeichen vom Eco-Umweltinstitut
verbietet die Anwendung von Formaldehyd und Formaldehydabspaltern.
Darüber hinaus kennzeichnet der Blauer Engel emissionsarme Produkte aus Holz und
Holzwerkstoffen (RAL-UZ 38). Das Produktzeichen garantiert die Einhaltung strenger
Emissionsbegrenzungen in Innenräumen unter Beachtung ökologischer Kriterien während des
Lebensweges der Produkte.
Holzwolleleichtbauplatten sind auf Magnesit- oder Zementbasis gebunden, sind
sehr stabil und haben eine wärmedämmende Wirkung. Diese Platten sind zu empfehlen.
REA-Gips: Platten auf Gipsbasis (Vollgips-, Gipskarton- und Gipsfaserplatten)
enthalten keine schädlichen Bindemittel und sind dazu noch feuchtigkeitsregulierend. Gips
aus Rauchgasentschwefelungsanlagen ist wesentlich reiner und homogener als Naturgips und
ist daher sehr gut für den Bau geeignet. Der Einsatz von REA-Gips senkt den
Landschaftsverbrauch und schont die natürlichen Rohstoffressourcen.
Holzwerkstoffplatten werden auch für den Innenausbau verwendet. Sie sind relativ
stabil, können jedoch verschiedene Schadstoffe freisetzen.
Praxistipps
- Tragen Sie geeignete Arbeits- und Schutzkleidung
-
Zement beispielsweise enthält Chromsalze, die Hauterkrankungen auslösen und zu
Überempfindlichkeiten führen können.
Tragen Sie im Umgang mit Mineralfasern, bei Schleifarbeiten und anderen
staubintensiven Tätigkeiten eine Feinstaubmaske.
- Holzschutz - gute Beratung ist wichtig!
-
Rechtzeitige Planung und Beratung ersetzt oftmals eine aufwendige
Holzschutzbehandlung. Durch konstruktiven Holzschutz (s. Glossar) wird in den meisten
Fällen der Einsatz chemischer Mittel überflüssig.
Im Innenbereich sollte vollständig auf Biozide und Fungizide verzichtet werden.
Für den Außenbereich ist die Anwendung von wässrigen Borsalzlösungen zu
empfehlen. Ist ein stärkerer und anhaltender Holzschutz notwendig, ist
kesseldruckimprägniertes Holz zu empfehlen.
- Entsorgung wird immer teurer!
Was der Baumarkt oder der Fachhandel als "Chemische Baustoffe" bezeichnet,
finden Sie in den Regalen als Klebstoffe und Voranstriche, Schäume und Silikone, Baukalk
und Gips sowie Trockenbaustoffe. Dazu zählen auch Putz, Mörtel, Zement und Binder.
Viele dieser Produkte enthalten flüchtige organische Lösemittel (s. Glossar)und
andere Gefahrstoffe (s. Glossar). In Innenräumen kommt es durch lösemittelhaltige
Klebstoffe und Ausgleichs- und Spachtelmassen auch noch lange Zeit nach der Verarbeitung
zur Belastung der Innenraumluft. Insbesondere bei sensiblen Personen kann dies zu
gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Für die meisten Anwendungsbereiche gibt es
ungefährliche Alternativen mit entsprechender Kennzeichnung.
Produkte mit Zukunft
- lösemittelarme /-freie Klebstoffe, Voranstriche und Spachtelmassen
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Die Deklaration der Inhaltsstoffe ist häufig wenig kundenverständlich gestaltet.
Auskunft über den Lösemittelanteil dieser Produkte gibt der GISCODE. Parallel dazu wurde
von verschiedenen Herstellern der EMICODE entwickelt:
Der GISCODE kennzeichnet zusammengesetzt aus einem Buchstaben und einer Zahl
(z.B. "D1") den Lösemittelanteil von Klebstoffen auf Basis von Dispersionen
("D"), Epoxitharz ("RE")
und Polyurethan ("RU")
-
Empfohlen werden können die Zahlen "1" (lösemittelfrei)
und "2" (lösemittelarm). Meiden sollten Sie höhere Zahlen und
den Buchstaben "S" für stark lösemittelhaltige Klebstoffe.
"ZP1" bzw. "Chromatarm nach TRGS 613" kennzeichnet
zementhaltige Produkte, die chromatarm und deshalb ebenfalls empfehlenswert sind.
Bei Produkten mit EMICODE sollte auf die Bezeichnung "EC2"
(sehr emissionsarm) für Arbeiten im Wohnbereich noch besser "EC1"
geachtet werden.
Alternativ werden auch verschiedene Naturprodukte angeboten: Glutin-, Kasein-
und Naturkautschukleim. Kleber und Leime auf Naturharzbasis sind zu empfehlen sofern sie
frei von organischen Lösemitteln sind. Über ihre Eignung für verschiedene
Anwendungsgebiete informiert der Fachverkäufer.
- Dichtungs- und Fugenmassen
-
Geeignete Alternativen zu PUR-Schäumen (PUR = Polyurethan) sind Dichtmassen aus
Naturstoffen wie Korkfüllungen, Jute, Hanf oder Flachs.
Silikone sollten auf Wasserbasis hergestellt sein und auch für den
Einsatz im Sanitärbereich frei von Bioziden sein.
Für kleinere Fugen bietet der ökologische Baustoffhandel Dichtungsmassen auf der
Basis von Natur-Latex an.
Tipps mit Zukunft
- Auf Volldeklaration (s. Glossar) achten
- Schützen Sie Ihre Gesundheit
- Klebstoffe: im Zweifelsfall beraten lassen
Weitere Informationen
Empfehlenswerte Produktkennzeichen aus dem Marktbereich Baustoffe
(Gesamtübersicht auf Labelseite)
| Label |
Produktgruppen |
Zeichengeber |
| "Blauer Engel" (RAL-UZ 36) |
Baustoffe überwiegend aus Altpapier |
RAL Institut für Gütesicherung und
-kennzeichnung e.V. www.blauer-engel.de |
| "Blauer Engel" (RAL-UZ 38) |
Emissionsarme Produkte aus Holz/Holzwerkstoffen |
RAL Institut für Gütesicherung und
-kennzeichnung e.V. www.blauer-engel.de |
| "Blauer Engel" (RAL-UZ 49) |
Baustoffe überwiegend aus Altglas |
RAL Institut für Gütesicherung und
-kennzeichnung e.V. www.blauer-engel.de |
| "Blauer Engel" (RAL-UZ 52) |
Hochwärmedämmendes Mehrscheiben-Isolierglas |
RAL Institut für Gütesicherung und
-kennzeichnung e.V. www.blauer-engel.de |
| "Blauer Engel" (RAL-UZ 60) |
Recyclinggipsprodukte |
RAL Institut für Gütesicherung und
-kennzeichnung e.V. www.blauer-engel.de |
| "Blauer Engel" (RAL-UZ 76) |
Emissionsarme Holzwerkstoffplatten |
RAL Institut für Gütesicherung und
-kennzeichnung e.V. www.blauer-engel.de |
| AUB |
Putz, Mörtel, Dachdeckung, Dämmstoffe,
Holzwerkstoffe, Wand- und Deckenbaustoffe |
Arbeitsgemeinschaft Umweltverträgliches
Bauprodukt e.V. mailto:AUBMUC@bau-umwelt.de |
| Das Kork-Logo |
Isolier- und Dämmstoffe |
Deutscher Kork-Verband e.V www.kork.de |
| ECO Zertifikat ökologische Produktprüfung |
Dämmstoffe, Holzwerkstoffe, Ausbauplatten |
eco-Umweltinstitut GmbH www.eco-umweltinstitut.com |
| Empfohlen vom IBR |
Kalk, Gips, Zement, Ziegel und Ziegelerzeugnisse,
Holz und Holzwerkstoffe, Dämmstoffe, Leime, Kleber |
Institut für Baubiologie Rosenheim (IBR) www.baubiologie.org/ |
| FSC-Siegel |
Holz und Holzprodukte |
Forest Stewardship Council (FSC) www.fsc-deutschland.de |
| Naturland-Logo |
Holz und Holzprodukte |
Naturland e.V. www.naturland.de |
| Stiftung Warentest |
div. Produkte |
Stiftung Warentest www.stifung-warentest.de |
| TÜV-Umweltsiegel UT 21 |
Dämmstoffe, Linoleum, Estriche, Putze |
TÜV Bau und Betrieb GmbH - TÜV Süddeutschland mailto:ulrich.schubert@tuev.de |


© Schadstoffberatung Tübingen 13.04.2006 li
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